Orthopädie & Unfallchirurgie

STOPP-Studie: Chondroitinsulfat bremst die Progression der Arthrose

Bisher beschränkte sich die Behandlung von Osteoarthritis hauptsächlich auf die Symptomlinderung, die Krankheitsprogression konnte lange nicht verhindert werden. Die kürzlich präsentierten Resultate der STOPP-Studie zeigen eindrucksvoll, dass eine Langzeitbehandlung täglich mit Chondroitinsulfat (Condrosulf®) das Fortschreiten der Arthrose bremsen kann.Der Rheumatologe Prof. André Kahan, Universität Paris Descartes/Cochin Hospital, sieht die Ergebnisse der STOPP-Studie als „signifikanten Fortschritt in der Behandlung von Arthrose und Möglichkeit, die steigenden volkswirtschaftlichen Kosten der Krankheit einzuschränken“. Ende Februar 2009 wurden die Daten erstmals in Paris präsentiert. Die Studie belegt, dass eine Langzeitbehandlung mit Chondroitinsulfat die Progression von Arthrose signifikant verzögern kann und auch zu einer raschen und anhaltenden Verringerung der Schmerzen führt.

STOPP-Studie

Zwischen 2000 und 2004 wurde in fünf Ländern (Frankreich, Belgien, Österreich, Schweiz und USA) im Zuge einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie die Wirksamkeit der Therapie mit täglich 800mg Chondroitinsulfat an Patienten mit Kniegelenkarthrose untersucht. Insgesamt nahmen 622 Patienten im Alter zwischen 45 und 80 Jahren an der Studie teil. Placebo- (n=313) und Chondroitinsulfat-Gruppe (n=309) waren bezüglich der demografischen und klinischen Basisparameter, inklusive des Schweregrades der Arthrose, vergleichbar. Die erhobenen Daten umfassen radiologische Untersuchungen, Schmerz (ermittelt anhand einer visuellen Analogskala, VAS), den WOMAC-Index (Western Ontario and McMaster Universities OA Index) sowie den Gesamtverbrauch an Paracetamol und NSAR. Primärer Studienendpunkt war die an digitalisierten Röntgenaufnahmen nachgewiesene Verschmälerung des Gelenkspalts über 2 Jahre. In der Placebo-Gruppe zeigte die Intention-to-treat-Analyse nach 24 Monaten eine durchschnittliche Abnahme der minimalen Breite des Gelenkspalts um 0,31 ± 0,04mm. In der Chondroitinsulfat-Gruppe hingegen fiel die Abnahme mit 0,07 ±0,03mm deutlich geringer aus. Bemerkenswert ist, dass die Wirkung der Behandlung mit Chondroitinsulfat im Laufe der Zeit deutlich zunahm. Auch der Anteil der Patienten, bei denen eine deutliche Abnahme der minimalen Breite des Gelenkspalts (>0,25mm) zu beobachten war, lag mit 28% in der Chondroitinsulfat-Gruppe signifikant unter jenem in der Placebo-Gruppe (41%).

Rasche und andauernde Schmerzlinderung

Die Therapie mit Chondroitinsulfat führte zu einer raschen und andauernden Verbesserung der Symptome und ist dabei gut verträglich: Chondroitinsulfat wurde beinahe ebenso gut vertragen wie Placebo. Des Weiteren wurde nach 24 Monaten festgestellt, dass dank der Einnahme von Chondroitinsulfat 17% der nichtsteroidalen Antirheumatika eingespart werden konnten.

Mehr als ein Hoffnungsschimmer für Arthrosepatienten

Die STOPP-Studie hat eindrucksvoll gezeigt, dass unter der durchgehenden Einnahme von Chondroitinsulfat (Condrosulf®) das Voranschreiten der Arthrose weitgehend gestoppt werden kann, aber auch, dass die Gelenkschmerzen abnehmen, die Beweglichkeit verbessert wird und Analgetika eingespart werden können. Dies bestätigte neben Prof. Kahan in Paris auch der Schweizer Rheumatologe PD. Dr. med. Daniel Uebelhart, Universitätskrankenhaus Zürich. In Österreich nahmen 40 Patienten unter der Leitung von Prim. Dr. Burkhard Leeb, Landesklinikum Weinviertel Stockerau, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation, sowie Prim. Prof. Dr. Franz Rainer, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz-Eggenberg, an der STOPP-Studie teil. „Es gab bereits seit Längerem deutliche Hinweise auf eine positive Wirkung von Chondroitinsulfat bei Osteoarthritis. Die STOPP-Studie lieferte einen weiteren wissenschaftlichen Beweis für die krankheitsmodifizierenden Effekte von Chondroitinsulfat in Form einer Verzögerung des Knorpelverlustes“, interpretiert der Experte die Ergebnisse der Untersuchung positiv.

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Letztes Update:14 Juni, 2009 - 00:00